So wichtig ist Selbstverwirklichung für die Seele

Für manche Menschen besteht das Leben nur aus Arbeit und Pflichterfüllung. Man hat einen Beruf erlernt und diesen übt man dann aus. Doch was, wenn es keine Freude macht? Was wenn jeder Tag so zäh ist wie brei und es morgens Mühe macht aus dem Bett zu steigen und sich aufzuraffen? Spätestens dann wird es Zeit für die Suche nach der Selbstverwirklichung. Endlich das tun, was einen glücklich macht.

 

Warum Arbeit krank machen kann

Eine Therapeutin erzählte mir einmal, dass bei ihr in der Praxis Jungendliche mit Problemen die Hauptkundschaft stellen. Von diesen gibt es zwei Gruppen:

  • bildungsferne Haushalte
  • bildungsnahe Haushalte

Dazu erzählte sie, dass die aus bildungsfernen Haushalten mehr dauz tendieren ihre negativen Gefühle über Gewalt auszudrücken, weil sie keine Selbkontrolle haben.

Die aus den gebildeteren Haushalten neigen mehr dazu in Depression zu verfallen. Der Grund dafür ist, dass sie Wünsche und Bedürfnisse haben, die für sie unerfüllbar sind. Da sie aber über eine gut geschulte Selbstkontrolle verfügen, versinken sie Schritt für Schritt in einen quasi Trauerzustand.

Genau das ist es, was viele von uns in der Arbeit erleben. Wir beherrschen uns, wir verleugnen uns, wir schlucken alles runter. Viele meinen irgendwann platzen die Menschen förmlich – kann sein. Aber im Normalfall ist es eher so, dass sie innerlich kollabieren und in die Depression abgleiten. Man nennt es im Berufsleben Burnout, damit es nicht so drastisch klingt.

 

Selbstverwirklichung – ein Quell der Lebensfreude

Jeder, dem dieses Schicksal drohen könnte, dem kann ich nur raten in seinem Leben die Selbstverwirklichung zu forcieren. Der eine sucht sich vielleicht ein neues Hobbys, wie die Imkerei oder einen Schrebergarten. Der andere beginnt mit einem Nebenjob oder einer Teilselbständigkeit, zum Beispiel als Trainer, Moderator, Heilpraktiker, Event DJane oder was auch immer.

Wichtig ist nur, dass Sie etwas finden, was zu Ihnen passt und sie glücklick macht. Denn wenn man wirklich den ganzen Tag das macht, was einem gefällt, dann nimmt man die Arbeit nicht als Arbeit wahr, sondern eher als Hobby. Sie gelangen dadurch in den sogenannten Flow-Zustand, bei dem sich im Prinzip ein lang anhaltendes Glücksgefühl einstellen wird.

 

Selbstverwirklichung – ein Privileg der Reichen?

Leider ist es aber häufig so, dass das Privileg eines Job-Wechsels nur hoch gebildeten Menschen und Akademikern zufällt. Es gab zum Beispiel diesen häufig zitierten Fall, wo ein Herzchirurg den Job an den Nagel gehängt hat, weil er als Kind LKW und Bus fahren wollte. In die umgekehrte Richtung funktioniert das leider nicht.

Daher muss man leider immer im Hinterkopf haben, dass Freude das eine ist, aber den Lebensunterhalt muss man doch bestreiten. Also komplett als Aussteiger zu leben ist auch keine Lösung, denn dann kommen neue Probleme der Geldnot auf einen zu, die das Glück wieder zerstören würden.