Wut und Aggressionen abbauen

Anzeige – Wut und Aggressionen, diese lästigen Überbleibsel aus der Zeit, wo es noch keinen allzu großen Unterschied zwischen Mensch und Tier gab. Im Laufe des Lebens haben sicher die meisten schon Situationen erlebt, wo die Emotionen mit uns durchgegangen sind und wir unserem Ärger freien Lauf gelassen haben – wohl wissend, dass das negative Konsequenzen für uns haben wird.

  • Woher kommt die überwältigende Kraft dieser Emotion?
  • Wie erkennen wir sie bei anderen?
  • Was können wir tun, um sie im Griff zu haben?

 

Warum Wut und Aggression so mächtig ist

Wenn Menschen in eine stressige Situation geraten, dann hat uns Mutter Natur drei Verhaltensweisen in die Gene gelegt, mit denen wir reagieren, um unser Überleben zu sichern:

  1. Erstarren
  2. Flucht
  3. Angriff

Wenn wir also in eine Situation geraten, die wir nicht „kontrollieren“ und wir uns ihr nicht entziehen können, dann wird Aggression ausgelöst. Sobald das passiert ist, geht es nur noch ums Überleben und jegliche Logik und Ratio wird abgeschaltet. Sie könnte uns zögern oder Mitleid fühlen lassen. Das wäre im Kampf unser Tod.

Kontrollieren heißt in diesem Fall so viel wie, dass wir sie durch unsere Sozialkompetenz lösen können. Mein kleiner Sohn zum Beispiel schrie früher plötzlich los, wenn ich ihm die falsche Wurst aufs Brot legte und schlug um sich. So machen das Kinder oft, denn sie können ihre Emotionen noch nicht so gut regulieren und sie müssen erst lernen, dass man diese Situation auch besser lösen kann. Indem man sag: „Ich möchte bitte etwas anderes zu essen.“

Wut und Aggression sind daher häufig ein Zeichen dafür, dass Menschen nicht gelernt haben ihre Emotionen angemessen im Griff zu haben, obwohl sie es rein körperlich könnten. Es ist also Erziehungssache. Oder es ist ein Zeichen für mangelnde Sozialkompetenz, weil der Betroffene nicht in der Lage ist ein Problem anders zu lösen. Dann gibt es aber noch Menschen mit einer Aggressions-Störung, bei denen im Gehirn eine Fehlfunktion auftritt, die es ihnen nahezu unmöglich macht Wut zu unterdrücken.

 

Wut bei anderen erkennen

Wut ist eine der sieben Grundemotionen, die Paul Ekman als universell im mimischen Ausdruck identifiziert hat. Hier zu sehen in den Bildern:

7 Grundemotionnen - Wut
7 Grundemotionen – Wut

Charakteristisch sind das Zusammenziehen der Augenbrauen zur Mitte hin. Die Haut über der Nase runzelt sich meist vertikal.

Die Lippen werden zusammengepresst, bzw. formen sich zu einer Raute, wobei die Zähne gefletscht werden.

 

Wut und Aggressionen abbauen

Wer Wut und Aggressionen abbauen lernen möchte, der sollte dies in zwei Schritten tun:

  1. Beruhigung

Im Laufe der Jahre sollten wir gemerkt haben, dass es bestimmte Faktoren gibt, die bei uns Wut und Aggression auslösen. Diese gilt es zu identifizieren und zu vermeiden. Ich habe es im Berufsleben anfangs schwer ertragen, wenn ich einer Machtsituation ausgeliefert war, ohne etwas dagegen tun zu können. Anstatt also verzweifelt zu versuchen die Kontrolle zu erlangen, habe ich gelernt lieber abzuwarten, damit ich mich nicht hineinsteigere und wütend werde:

Wenn der Chef sagt „so“, dann ist es eben so, und wenn die Entscheidung noch so blöd ist. Ich warte dann lieber auf eine bessere Gelegenheit, um meine Vorstellungen durchzusetzen oder muss eben damit leben, dass nicht alles nach meiner Nase läuft.

Der Ärger der dann noch bleibt, den kann man mit Hilfe von Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga, autogenes Training, Atemtechnik usw. auflösen.

 

2. Perspektive ändern

Auf der anderen Seite habe ich auch für den Job gelernt, dass das, was ich für eine krasse Fehlentscheidung hielt, im Nachhinein goldrichtig war. Das ist die zweite Stufe. Loskommen von der Sicht, dass wir die „guten“ und die „klügsten“ sind.

Auch wichtig ist von dem Versuch abzulassen, dass wir die Welt, in der wir leben, vollständig kontrollieren können. Das wird nie passieren.

Jede Situation hat mindestens so viele Perspektiven, wie es Betrachter gibt. Vielleicht war das, was uns wütend gemacht hat, gar nicht so schlecht?

Wenn wir lernen mit all dem umzugehen, dann wird das Gefühl der Aggression gar nicht erst entstehen. Denn oft liegt die Ursache für negative Gefühle in unserem eigenen Ego. Anstatt daran zu verzweifeln, dass wir die Welt an uns anpassen wollen, sollten wir uns lieber manchmal den Realitäten anpassen.